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Sonntag, 6. Januar 2013

Reisen.... Mexiko ! Zu Besuch bei den Mayas... Teil 2, Chichen Itza und Coba !


Mein Traum ist es, alle 7 Weltwunder der Welt zu sehen...daher war ich unheimlich aufgeregt nach Chichen Itza zu fahren.
Also ging es los, erst mal nach Norden in Richtung Cancun und dann irgendwann auf die Straße nach Chichen Itza. Es ist alles super Beschildert und man kann sich gar nicht wirklich verfahren. Von Cancun nach Chichen Itza bin ich auf einer Mautstraße gefahren.... 2 Stunden lang bei maximal 110kmh nur geradeaus.... puh.  Es war aber nichts los und man kann die ganze Zeit bei der Geschwindigkeit fahren. Die Straße ist vierspurig, wobei man die Gegenfahrbahn nicht sieht. Also an sich sehr angenehm zu fahren.
Die Mautgebühr für diesen Weg beträgt 260 Pesos. 

Nach insgesamt 3,5 Stunden war ich dann endlich angekommen. Ich habe noch einen Parkplatz recht nahe beim Eingang bekommen, woraus ich also schließe, dass ich noch früh da war. Aber es standen trotzdem schon sehr viele Menschen an den Kassen. 
Hier war zum ersten Mal ein wenig enttäuscht. So touristisch bisher auch alles war, an den KAssen ist man auf sich selbst gestellt. Da stehen zwar verschiedene Ticketmöglichkeiten und Preise, aber ich hab ja keine Ahnung... Also hab ich das Standard Ticket, statt dem Kombiticket gekauft. Als ich dann rein gehen wollte, hat mich der nette Kontrolleur allerdings drauf hingewiesen, dass mir erst noch ein anderes Ticket fehlt, dass ich an einem anderen Schalter mit langer Schlange, kaufen konnte. Wie sich herausgestellt hat, hätte ich mir das alles sparen können, wenn ich gleich das Kombiticket genommen hätte.
Aaaaaber dann war ich endlich drin und stand vor den alten Ruinen, der großen Pyramide und war überwältigt. Die Ruinen sind schon so uralt. Es ist unglaublich zu welchen Meisterwerken die Menschen damals schon mit ihren einfachen Mitteln in der Lage waren.










Gegen 14 Uhr hab ich mich dann noch auf den Weg nach Coba gemacht. Das ist eine andere Ruinenstätte und liegt zwischen Chichen Itza und Tulum. 
Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, ob es hierfür auch eine Mautstraße gibt oder nicht, ich hab sie jedenfalls nicht gefunden und bin die normale Landstraße lang gefahren. Da ich in Deutschland noch einen kleinen anderen Plan hatte, hab ich mir für diese Route auch keine Wegbeschreibung ausgedruckt und wusste erst nicht wohin ich überhaupt fahren muss.. Das hat wohl die Polizei gemerkt und gefragt ob sie mir helfen können. Die haben mir dann die Richtung vorgegeben und los gings.... 
Zuerst bin ich durch Valladoid gefahren. Beim nächsten Mal würde ich auf jeden Fall einen Zwischenstop dort einlegen. Zuckersüßes Städtchen! :) Sehr schöne bunte Häuser.
Auf der Straße ist eine Geschwindkeitsbegrenzung von 80kmh und man durchfährt Dörfer und Städte, d.h. es ist vorsicht geboten, da es auch hier wieder sehr viele Topes und Vibrationsbänder (oder wie die Dinger heißen) gibt. 
Nach etwa 1,5 Stunden bin ich dann in Coba angekommen, schnell den Eintritt bezahlt und rein. 

Wie ich mich über Coba informiert hatte, hab ich gelesen, dass es ein ziemlich großes Gelände ist. Ich wusste nicht, ob ich das in der kurzen Zeit schaffe (1,5 Stunden, denn die meisten Sehenswürdigkeiten schließen um 17 Uhr schon).
Also habe ich mich zu einer Fahrrad Tour entschlossen. Man kann entweder alleine mit dem Rad durch die Anlage fahren oder sich von einem Guide fahren lassen. Ich habe die Tour mit Guide genommen, denn so hab ich noch einiges erfahren! 

Generell muss ich sagen, dass die Guides in den Anlagen schon sehr sinnvoll sind, denn man erfährt unheimlich viel über die Bauten, Kultur und Gewohnheiten damals. Also absolut zu empfehlen! :)

Ich hatte einen netten jungen Kerl, der aus einer Maya Familie stammt und somit auch Maya spricht. Das war schon mal sehr cool. Und er hat mir sehr viel erzählt. 
Da viele Reisegruppen erst nach Coba und dann nach Chichen Itza fahren, waren so gut wie keine Touristen mehr in Coba, was ziemlich angenehm war.
Und so sind wir alle Sehenswürdigkeiten in der Anlage abgefahren, er hat mir unter anderem auch die ausgegrabenen Steintafeln gezeigt, die den Weltuntergang prophezeit haben sollen.. Auf meine Frage, ob er denn als Mexikaner bzw. Maya an den Weltuntergang glaubt meinte er ganz trocken :
"You know, most of us Mexican people are Catholics, so we don't believe in this whole apocalyspsis thing. So  don't worry, the world won't end. It's just another commercial thing..." 
Also war ich ganz entspannt als es auf den 21.12.12 zuging. 









Mein Guide hat mich auch davon überzeugt auf die höchste begehbare Pyramide in Coba zu klettern.. in Chichen Itza ist es wegen eines Todesfalls in der Vergangenheit nicht mehr möglich... na das sind ja beste Aussichten um 46m auf so einer halb zerfallenen Pyramide hochzuklettern.. Ich habe ein wenig Höhenangst und war schon auf der chinesischen Mauer sehr unsicher. 
Zum Glück hängt in der Mitte ein dickes, langes Seil an dem man sich festhalten kann... Als ich bei etwa der Hälfte mal eine kurze Pause gemacht hab und die "Aussicht genießen wollte", war ich kurz davor nochmal umzudrehen. Die Stufen sind sehr uneben, unterschiedlich groß und hoch... 
Aaaber, oben angekommen hat es sich auf jeden Fall gelohnt. soooooooooooooo schön! 





und dann ging es wieder runter... Der Abstieg hat länger gedauert, war anstrengender und meine Hose war danach ganz dreckig, da ich mich von Stufe zu Stufe runter gesetzt hab. Aber es war toll! :)


Am Ende des Tages konnte ich sagen, dass es mir in Coba viel besser gefallen hat. Man konnte die Ruinen anfassen, raufklettern und die Lage im Dschungel war klasse. 
Also falls es euch auch mal nach Mexiko treibt, dann Coba auf gar keinen Fall auslassen ! :)

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Reisen.... Shanghai 上海

So, nun mal wieder ein paar Bilder von der Reise...  mittlerweile bin ich bei den Berichten schon lange nicht mehr in chronologischer Reihenfolge, aber das macht ja nichts.

Ich hatte mir von Shanghai irgendwie recht viel versprochen... bin danach aber ein wenig enttäuscht.

Hier erst mal ein paar grundlegende Infos zu Shanghai.
Shanghai ist eine der größten Städte der Volksrepublik China, vor allem aber die bedeutendste Industriestadt Chinas. Shanghai heißt ins Deutsche übersetzt "hinaus aufs Meer" und nicht "über dem Meer", wie man oft liest. Die Megacity liegt an der Mündung des Yangtse ins Meer und besitzt den größten Hafen der Welt. Hier leben inzwischen mehr als 24 Millionen Menschen, zumindest nach Offiziellen Angaben. Inoffiziell werden es wohl deutlich mehr sein. Shanghai hat wirtschaftliche sowie politische Bedeutung und hat im vergangenen Jahrhundert einen rasanten Aufstieg erlebt.

Absolut beeindruckend finde ich die Entwicklung von Shanghai in den vergangenen 20 Jahren!

Dieses Bild zeigt warum:



ich finde es unglaublich !


Aber als ich dann dort war, war ich einfach nicht so vom Charme der Stadt überzeugt, wie ich es beispielsweise in Peking war. (ok, Peking hat auch ein paar Tage gebraucht, bis ich es gemocht habe... und nun schließlich liebe)

Shanghai ist definitiv sauberer und ordentlicher als Peking. Hier kommt man auch mit Englisch besser zurecht, und man sieht hier deutlich mehr "laowei's", also Ausländer.
Obwohl Peking auch eine Megacity ist, fühle ich mich dort nie von den Menschenmassen erdrückt.. (okay,vielleicht mit der Ausnahme des Sommerpalasts und der Verbotenen Stadt).

Old meets New






Partnerlook bei chinesischen Paaren...


The Bund 

bei Nacht ist der Bund viel toller!


Nanjing Road





hier wurde die Kommunistische Partei (KP) Chinas gegründet

Menschen... so viele Menschen...

Ich hatte ein paar schöne Tage in Shanghai, bin auch sehr froh, dass ich es mir angeschaut habe, aber ich weiß nicht, ob ich dort ein paar Jahre leben könnte.
Unter Leuten, die sich einige Zeit in China aufgehalten haben, heißt es, wenn du einmal in Peking warst, wirst du nicht nach Shanghai gehen wollen. (Andersrum natürlich auch)
Ich muss dieser Aussage zustimmen, so geht es mir und so denken auch viele, die ich in China kennen gelernt habe.

Ich schätze mal, dass mir in Shanghai der ursprüngliche chinesische Charakter fehlt. Es ist inzwischen schon sehr westlich dort. Mir fehlen die alten chinesischen kulturellen Zeugnisse.
Aber genauso ging es mir auch in New York.
Ich hatte so große Erwartungen an New York. Vor Ort war ich enttäuscht- Man kennt das meiste aus Filmen und es ist bei mir einfach nicht dieses WOW gefühl eingetreten.

Aber zum Glück ist jeder Mensch anders und weiß selbst was für ihn bzw sie am besten ist!


Mittwoch, 12. Dezember 2012

Sprüche und Gedanken....keine Zeit...

Um meinen letzten Beitrag zu ergänzen, will ich euch ein Video und einen Zeitungsartikel zeigen.
Vielleicht kennt es ja schon jemand von euch, denn es ging vor einiger Zeit durch die Medien.

Ich meine den Starviolinisten Joshua Bell, der mit der Washington Post ein Experiment durchführte. Der 40jährige New Yorker hatte sich gerade wegen eines Konzerts in Washington aufgehalten. Mit seiner 3,5 Millionen $ teuren Sradivari spielte der beliebte Musiker unerkannt, in Jeans und Tshirt in einer belebten Metrostation. Er wurde dabei mit versteckter Kamera gefilmt und von Beobachtern der Washington Post gefilmt. Im offenen Geigenkasten des Violinisten, der normalerweise höchste Konzertgage erhält, landeten gerade mal 32.17$ während der Dreiviertelstunde, die er dort spielte. Insgesamt gingen 1070 Passanten an ihm vorbei. (Das Experiment wurde beendet, als ihn eine Passantin ihn erkannte).


Das Experiment weckte das Interesse der Öffentlichkeit. Bei der Süddeutschen Zeitung heißt es:
"Für Joshua Bell war das offenbar ein gelungener Lernprozess über Kunstöffentlichkeit, den Wert des Künstlers und zudem eine Grenzerfahrung sein Tun und seinen Ruhm betreffend: "Wenn ich für Eintrittskartenbesitzer spiele, habe ich schon einen Wert. Da habe ich nicht das Gefühl, dass ich erst akzeptiert werden muss, denn da bin es bereits". Bell machte sich wohl schon vor dem Metro-Auftritt seine Gedanken über die neue Spiel- und Hörsituation, über seine "unbekannten" Zuhörer: "Was ist, wenn ich ihnen nicht gefalle? Was, wenn sie meine Anwesenheit übel nehmen?"

Da hat sich ein berühmter Musiker von den Medien überreden lassen zu einer raren, soziologisch aufschlussreichen Musikaktion, zu einem Selbstversuch mit dem Publikum als dem "flüchtigen" Wesen. Bar jeden Schutzes durch Karriere und Konzertsituation wollte Joshua Bell gewiss nicht nur sich und anderen einen Spaß machen, sondern auch erkennen, dass, umgekehrt, die alltäglichen, in allen Städten und Straßen der Welt von mittleren, kleinen und noch kleineren Musikern betriebenen ambulanten Klangaktionen auch Musik hervorbringen. Und dass sein eigener Status als Virtuose, als privilegierter, vom Erfolg verwöhnter Starmusiker auch dank dieser Erfahrung nicht ohne Verstörung bleibt."


Einen Moment des ganzen Experiments finde ich besonders beeindruckend? traurig? schön? Ich weiß nicht genau, wie ich es definieren soll. Auf jeden Fall geht eine Mutter mit ihrem 3-jährigen Sohn an Bell vorbei. Der Junge entdeckt den Violinisten und möchte stehen bleiben. Die Mutter hält ihn an der Hand und ist in Eile, zieht den kleinen Jungen weiter. Evan, wie der Kleine heißt, versucht stehen zu bleiben, da stellt sich die Mutter ins Blickfeld und zieht ihn weiter. Beim rausgehen versucht Evan dennoch immer und immer wieder nach dem Musiker zu schauen. Im Nachhinein wird die Mutter darauf angesprochen und erklärt, dass sie in Eile war und nicht wusste wer das war, aber dass ihr Sohn ein kluger Junge sein muss.

Seitdem ich diese Geschichte gelesen habe, bleibe ich viel öfters bei Straßenmusikern stehen und höre ihnen ein Weilchen zu. Mir wurde bewusst, wie vertieft man doch in seiner eigenen Welt ist. 
Ich erwarte nicht, einen berühmten Musiker vor mir zu entdecken, sondern ich merke, dass viele Straßenkünstler großes Talent haben. Sowohl ein musikalisches Talent als auch das Talent mich für einen Moment in eine andere Welt zu bringen. Ich fühle mich danach immer ein wenig beschwingter, glücklicher. Es ist ein kurzer Moment Glück.

Für alle, die das Video und die Geschichte noch nicht kennen, hier das Video und auch der Artikel der Washington Post: Pearls before Breakfast.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Sprüche und Gedanken.....

Beim Stöbern habe ich eben dieses Zitat vom Wilhelm Busch gefunden:

Viel zu spät begreifen viele, die versäumten Lebensziele:

Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, seit zeitig weise! Höchste Zeit ist's! Reise, reise!


Ich finde, das ist ein wirklich schöner Spruch und vor allen Dingen so wahr !

Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, in dem ein Professor berichtet, wie er seine Studenten fragte, was sie tun würden, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Die Antworten waren einfach und doch so kostbar, denn alle würden etwas ganz anderes tun, als sie es jetzt bzw. nach dem Studium eigentlich machen. Manch einer würde Schauspielern wollen, ein anderer würde sich der Kunst widmen, wieder ein anderer würde die Welt bereisen.
Ist es nicht traurig, dass wir gefangen sind in den Normen und Gesetzen unserer Gesellschaft? In der es immer nur darum geht, dass man finanziell immer mehr erreicht?
Natürlich ist es kaum möglich das Leben ohne Geld zu bestreiten. Aber wir sind mittlerweile in einem solchen Trott gefangen, dass wir viele Dinge um uns herum nicht mehr wahrnehmen. Die Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur - unser Bewusstsein dafür wird immer kleiner.

Während des letzten Jahres hat mein Leben einige große Veränderungen durchgemacht und mir ist vieles bewusst geworden. Ich habe jahrelang verzichtet große Reisen zu machen und habe meine Wünsche unterdrückt. Dieses Jahr konnte ich mir einen großen Wunsch erfüllen und habe innerhalb von kürzester Zeit mehr gesehen und erlebt, als in den letzten 5 Jahren.
Ich habe viele Erfahrungen gemacht und sehr viele Menschen kennen gelernt, denen es finanziell schlechter geht als es mir oder den meisten Menschen die ich kenne. Und trotzdem waren sie meist glücklicher, als die meisten Menschen die ich kenne. Sie waren zufrieden und sie haben bewusster gelebt.

Ich finde Reisen bzw. vor allem die Offenheit für andere Menschen und Kulturen unheimlich wichtig, denn so lernt man sich selbst, die eigene Gesellschaft und die Welt kennen. Und mit Reisen meine ich keinen Urlaub in einer 5-Sterne Clubanlage auf Mallorca.
Vielmehr meine ich damit, das Interesse an anderen Ländern.
In Peking haben Freunde von mir immer wieder über die Hutongs geschimpft und gesagt, wie arm doch diese Menschen sein müssen, dass sie mit der ganzen Familie auf engstem Raume wohnen.
In den Hutongs reiht sich ein "Courtyard"haus ans Nächste. Die Zimmer sind um einen Innenhof gelegen und ein "Haus" hat oftmals gar keine sanitären Einrichtungen.
Dennoch gehören die Hutongbesitzer in Peking zu den glücklichsten und "reichsten" Menschen, denen ich bisher begegnet bin. Hier ist es wie so oft im Leben, der äußere Eindruck der trügt. Von außen sieht man nicht viel über die Wohnverhältnisse, meist sind die Fassaden dreckig und zerfallen, denn schließlich sind es nur Mauern. Aber innen, findet man häufig wunderschöne Plätze! Und selbst wenn die Ausstattung nicht hochmodern war, so schafft die Familie doch eine einzigartige und wunderbare Atmosphäre !

Unsere Welt ist wunderschön! Wir können alle voneinander lernen und das Leben so vielleicht mehr schätzen!