Posts mit dem Label Gesellschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gesellschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 28. Dezember 2012

Sprüche und Gedanken.... ein später Weihnachtswunsch...


Zu Weihnachten habe ich einen wahren Spruch gelesen, der mich sehr beeindruckt hat und den ich an dieser Stelle teilen möchte. Vielleicht regt er ja den ein oder anderem zum Nachdenken an....



Wir haben grössere Häuser, aber kleinere Familien,
mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit,
mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen,
mehr Experten, aber grössere Probleme. 
Wir rauchen und trinken zu viel, lachen wenig, fahren zu schnell,
regen uns unnötig auf,
sehen zu lange fern, stehen zu müde auf,
lesen wenig, denken selten vor, halten keine Zwiesprache mehr.
Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Welt reduziert.
Wir wissen, wie man den Lebensunterhalt verdient, aber nicht wie man lebt.
Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber können wir den Jahren auch
Leben geben?
Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr zu der Tür des Nachbarn.
Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns gefüllt.
Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.
Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas darzustellen als zu sein.
Wo Technik einen Text wie diesen in Windeseile in alle Welt tragen kann
und wo Sie die Wahl haben:
Etwas zu ändern, oder das Gelesene ganz schnell zu vergessen.
 Helene Stoll

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Sprüche und Gedanken....keine Zeit...

Um meinen letzten Beitrag zu ergänzen, will ich euch ein Video und einen Zeitungsartikel zeigen.
Vielleicht kennt es ja schon jemand von euch, denn es ging vor einiger Zeit durch die Medien.

Ich meine den Starviolinisten Joshua Bell, der mit der Washington Post ein Experiment durchführte. Der 40jährige New Yorker hatte sich gerade wegen eines Konzerts in Washington aufgehalten. Mit seiner 3,5 Millionen $ teuren Sradivari spielte der beliebte Musiker unerkannt, in Jeans und Tshirt in einer belebten Metrostation. Er wurde dabei mit versteckter Kamera gefilmt und von Beobachtern der Washington Post gefilmt. Im offenen Geigenkasten des Violinisten, der normalerweise höchste Konzertgage erhält, landeten gerade mal 32.17$ während der Dreiviertelstunde, die er dort spielte. Insgesamt gingen 1070 Passanten an ihm vorbei. (Das Experiment wurde beendet, als ihn eine Passantin ihn erkannte).


Das Experiment weckte das Interesse der Öffentlichkeit. Bei der Süddeutschen Zeitung heißt es:
"Für Joshua Bell war das offenbar ein gelungener Lernprozess über Kunstöffentlichkeit, den Wert des Künstlers und zudem eine Grenzerfahrung sein Tun und seinen Ruhm betreffend: "Wenn ich für Eintrittskartenbesitzer spiele, habe ich schon einen Wert. Da habe ich nicht das Gefühl, dass ich erst akzeptiert werden muss, denn da bin es bereits". Bell machte sich wohl schon vor dem Metro-Auftritt seine Gedanken über die neue Spiel- und Hörsituation, über seine "unbekannten" Zuhörer: "Was ist, wenn ich ihnen nicht gefalle? Was, wenn sie meine Anwesenheit übel nehmen?"

Da hat sich ein berühmter Musiker von den Medien überreden lassen zu einer raren, soziologisch aufschlussreichen Musikaktion, zu einem Selbstversuch mit dem Publikum als dem "flüchtigen" Wesen. Bar jeden Schutzes durch Karriere und Konzertsituation wollte Joshua Bell gewiss nicht nur sich und anderen einen Spaß machen, sondern auch erkennen, dass, umgekehrt, die alltäglichen, in allen Städten und Straßen der Welt von mittleren, kleinen und noch kleineren Musikern betriebenen ambulanten Klangaktionen auch Musik hervorbringen. Und dass sein eigener Status als Virtuose, als privilegierter, vom Erfolg verwöhnter Starmusiker auch dank dieser Erfahrung nicht ohne Verstörung bleibt."


Einen Moment des ganzen Experiments finde ich besonders beeindruckend? traurig? schön? Ich weiß nicht genau, wie ich es definieren soll. Auf jeden Fall geht eine Mutter mit ihrem 3-jährigen Sohn an Bell vorbei. Der Junge entdeckt den Violinisten und möchte stehen bleiben. Die Mutter hält ihn an der Hand und ist in Eile, zieht den kleinen Jungen weiter. Evan, wie der Kleine heißt, versucht stehen zu bleiben, da stellt sich die Mutter ins Blickfeld und zieht ihn weiter. Beim rausgehen versucht Evan dennoch immer und immer wieder nach dem Musiker zu schauen. Im Nachhinein wird die Mutter darauf angesprochen und erklärt, dass sie in Eile war und nicht wusste wer das war, aber dass ihr Sohn ein kluger Junge sein muss.

Seitdem ich diese Geschichte gelesen habe, bleibe ich viel öfters bei Straßenmusikern stehen und höre ihnen ein Weilchen zu. Mir wurde bewusst, wie vertieft man doch in seiner eigenen Welt ist. 
Ich erwarte nicht, einen berühmten Musiker vor mir zu entdecken, sondern ich merke, dass viele Straßenkünstler großes Talent haben. Sowohl ein musikalisches Talent als auch das Talent mich für einen Moment in eine andere Welt zu bringen. Ich fühle mich danach immer ein wenig beschwingter, glücklicher. Es ist ein kurzer Moment Glück.

Für alle, die das Video und die Geschichte noch nicht kennen, hier das Video und auch der Artikel der Washington Post: Pearls before Breakfast.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Sprüche und Gedanken.....

Beim Stöbern habe ich eben dieses Zitat vom Wilhelm Busch gefunden:

Viel zu spät begreifen viele, die versäumten Lebensziele:

Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, seit zeitig weise! Höchste Zeit ist's! Reise, reise!


Ich finde, das ist ein wirklich schöner Spruch und vor allen Dingen so wahr !

Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, in dem ein Professor berichtet, wie er seine Studenten fragte, was sie tun würden, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Die Antworten waren einfach und doch so kostbar, denn alle würden etwas ganz anderes tun, als sie es jetzt bzw. nach dem Studium eigentlich machen. Manch einer würde Schauspielern wollen, ein anderer würde sich der Kunst widmen, wieder ein anderer würde die Welt bereisen.
Ist es nicht traurig, dass wir gefangen sind in den Normen und Gesetzen unserer Gesellschaft? In der es immer nur darum geht, dass man finanziell immer mehr erreicht?
Natürlich ist es kaum möglich das Leben ohne Geld zu bestreiten. Aber wir sind mittlerweile in einem solchen Trott gefangen, dass wir viele Dinge um uns herum nicht mehr wahrnehmen. Die Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur - unser Bewusstsein dafür wird immer kleiner.

Während des letzten Jahres hat mein Leben einige große Veränderungen durchgemacht und mir ist vieles bewusst geworden. Ich habe jahrelang verzichtet große Reisen zu machen und habe meine Wünsche unterdrückt. Dieses Jahr konnte ich mir einen großen Wunsch erfüllen und habe innerhalb von kürzester Zeit mehr gesehen und erlebt, als in den letzten 5 Jahren.
Ich habe viele Erfahrungen gemacht und sehr viele Menschen kennen gelernt, denen es finanziell schlechter geht als es mir oder den meisten Menschen die ich kenne. Und trotzdem waren sie meist glücklicher, als die meisten Menschen die ich kenne. Sie waren zufrieden und sie haben bewusster gelebt.

Ich finde Reisen bzw. vor allem die Offenheit für andere Menschen und Kulturen unheimlich wichtig, denn so lernt man sich selbst, die eigene Gesellschaft und die Welt kennen. Und mit Reisen meine ich keinen Urlaub in einer 5-Sterne Clubanlage auf Mallorca.
Vielmehr meine ich damit, das Interesse an anderen Ländern.
In Peking haben Freunde von mir immer wieder über die Hutongs geschimpft und gesagt, wie arm doch diese Menschen sein müssen, dass sie mit der ganzen Familie auf engstem Raume wohnen.
In den Hutongs reiht sich ein "Courtyard"haus ans Nächste. Die Zimmer sind um einen Innenhof gelegen und ein "Haus" hat oftmals gar keine sanitären Einrichtungen.
Dennoch gehören die Hutongbesitzer in Peking zu den glücklichsten und "reichsten" Menschen, denen ich bisher begegnet bin. Hier ist es wie so oft im Leben, der äußere Eindruck der trügt. Von außen sieht man nicht viel über die Wohnverhältnisse, meist sind die Fassaden dreckig und zerfallen, denn schließlich sind es nur Mauern. Aber innen, findet man häufig wunderschöne Plätze! Und selbst wenn die Ausstattung nicht hochmodern war, so schafft die Familie doch eine einzigartige und wunderbare Atmosphäre !

Unsere Welt ist wunderschön! Wir können alle voneinander lernen und das Leben so vielleicht mehr schätzen!